Es ist Murmeltiertag!
Heute im Morgengrauen um 07:30 Ortszeit in Punxsutawney im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania, also ca 13:25 MEZ, war es zum 126. mal so weit. Die Menschen am Gobbler’s Knob harrten der Dinge die da kämen und besonders darauf, ob das berühmteste Murmeltier der Welt, Punxsutawney Phil, wenn er nun gleich aus seinem Winterschlaf geweckt wird, seinen eigenen Schatten sieht oder nicht. Das Murmeltier teilt traditionell seine Prognose über das Wetter in den nächsten sechs Wochen dem Präsidenten des Murmeltiervereins von Punxsutawney mit. Bei ihm lebt Phil zusammen mit seiner Gattin Phillis das ganze Jahr über. Der kurze Austausch über das Wetter findet auf “Groundhogese”, der Murmeltiersprache statt, die nur der jeweilige Präsident des Vereins versteht. Daher übernimmt er es anschließend auch die Menschenmasse über Phil’s Prognose in kenntniss zu setzen. Diese Prognose, und das ist eisernes Gesetz in Punxsutawney, darf nicht angezweifelt werden, denn: Phil hat immer recht.
Phil’s Prognose in diesem Jahr:
“As I look at the crowd at Gobbler’s Knob many shodows do I see so six more weeks of winter it must be.”
Es wird demnach also mindestens sechs weitere Wochen Winter geben.
Was diese Tradition und Prognose auch für uns in Deutschland interessant macht?
Ganz einfach, es gibt zwei Gründe.
Erstes: Es ist ein niedliches Event.
Zweitens: die Ursprünge dieser Tradition gehen von deutschen Einwanderern aus. Diese hielten sich an die alte Bauernregel:
“Ist’s an Lichtmess Hell und rein, wird’s ein langer Winter sein”.
Und Lichtmess, markierte früher das Ende der Weihnachtszeit und findet am vierzigsten Tag nach Weihnachten, also am zweiten Februar statt. Ursprünglich sah damals kein Murmeltier sondern ein Igel seinen Schatten, oder eben auch nicht. In Ermangelung von Igeln wurde Phil das Murmeltier angeheuert.
Die Tradition Wetter Prognosen durch das Beobachten von Tieren zu machen geht sehr weit zurück und kann schon bei den Kelten nachgewiesen werden. Diese haben Bären und Murmeltiere beim verlassen ihrer Winterschlafquartiere beobachtet. Wenn die Tiere wegen des Wolkenfreien Himmels ihren Schatten sahen und sich vor Schreck wieder in ihre Höhle zurückzogen deutete dies auf einen langen Winter hin.
Da der bei mir im Keller überwinternde kleine Igel mit Namen Dude Dudeson, nach wie vor nicht in den Winterschlaf entschlummert ist, habe ich darauf verzichtet ihn auch zu befragen.
Übrigens hat Phil in den nun immerhin schon 126 Jahren bisher nur 16 mal einen nahen Frühling vorhergesagt.
Ich werde dann jetzt mal den passenden Film, der Phil zu internationaler Brühmtheit verholfen hat, schauen.
“und nicht die warmen Schühchen vergessen, es ist saukalt da draußen”.










